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Der Dolmetscher

Definition zum Begriff „Dolmetscher“

In den nachfolgenden Seiten verwenden wir für Dolmetscherinnen und Dolmetscher den Begriff „Dolmetscher“.
Dolmetscher werden auch Sprachmittler oder Übersetzer genannt. Früher wurde der Begriff „Tolmetsch“ verwendet. Dieser Begriff stammt aus Österreich, wird jedoch mittlerweile nur noch selten oder gar nicht mehr verwendet.

Die Berufsbezeichnungen „Dolmetscher“ oder „Konferenzdolmetscher“ sind nicht geschützt, wodurch eine Berufsausübung ohne eine entsprechende Prüfung durchaus möglich ist. Um diese Tätigkeit vor Missbrauch zu schützen, werden Dolmetscher mit bestimmten Abschlüssen oder Zulassungen verbundenen Bezeichnungen, wie „öffentlich bestellter und beeidigter Dolmetscher“ oder „allgemein beeidigter und gerichtlich zertifizierter Dolmetscher“ betitelt.

Wussten Sie schon? Beim Dolmetschen unterscheidet man grundsätzlich zwischen zwei Grundformen:

  1. Das Simultandolmetschen
  2. Das Konsekutivdolmetschen

Alle neuzeitlichen „Dolmetscherarten“ basieren auf diesen Grundlagen.

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Die Dolmetscher-Geschichte

Den „Sprachmittler“ gibt es mindestens genauso lange wie es auch die verschiedenen Sprachen auf der Welt gibt. Erst dadurch ist auch der Bedarf eines „Sprachmittlers“ bzw. „Dolmetschers“ zustande gekommen. Hierbei handelt es sich um die „Übermittlung“ einer Information von einer Sprache (Ausgangssprache) in eine andere Sprache (Zielsprache).

Interessanterweise wurden in der neuzeitlichen Geschichte Dolmetscher erstmals als Freundschaftsdienst für diplomatische, juristische und journalistische Zwecke zur Verfügung gestellt. Nach und nach stieg mit der internationalen Politik und Wirtschaft auch die Nachfrage nach Dolmetschern und es entstand das Berufsfeld des Dolmetschers. Dabei war die älteste Art unter den Dolmetschern der „Konferenzdolmetscher“, worin man ursprünglich auch ausgebildet werden konnte.

Anforderungen an einen Dolmetscher

Sicherlich mögen viele denken, dass reine Sprach- und Reisekenntnisse für den Beruf des „Dolmetschers“ bzw. „Konferenzdolmetschers“ ausreichen würden. Jedoch ist dies aber ein fehlgeleitetes Bild. Ein Dolmetscher muss sehr hohe Anforderungen erfüllen. Zusätzlich zu den Sprach- und Reisekenntnissen gehören viel mehr auch folgende Fähigkeiten zu den Anforderungen eines Dolmetschers:

• ausgeprägtes Auffassungsvermögen
• profiliertes Sprachgefühl
• Multitaskingfähigkeit
• und viele weitere…

Außerdem, spielen auch nonverbale Faktoren wie zum Beispiel: Gestik, Mimik, Intonation, Körpersprache, Redegeschwindigkeit und Verständlichkeit eine sehr wichtige Rolle beim Dolmetschen.

Demzufolge ist es auch nicht die Aufgabe eines Dolmetschers, lediglich eine Information von der Ausgangssprache in die Zielsprache (Fremdsprache) zu übermitteln. Nein, hierbei sind viele weitere wichtige Faktoren zu berücksichtigen. Der Dolmetscher muss beim Dolmetschen auch die Bräuche, Gepflogenheiten und die Kultur des jeweiligen Landes mit berücksichtigen, so dass keine Unverständlichkeiten oder sogar unangenehme Missverständnisse entstehen.

Stressfaktoren in der Dolmetschertätigkeit

Beim Konferenzdolmetschen auf Konferenzen oder Veranstaltungen mit mehreren Fremdsprachen werden oft Dolmetscherkabinen für jede Sprache eingesetzt. In diesen Kabinen ist meist Platz für zwei Konferenzdolmetscher die sich bei größerem Übersetzungsaufwand gegenseitig entlasten indem sie sich nahtlos abwechseln. Jedoch kann trotzt moderner Lüftungssysteme die Luft in der Kabine mit der Zeit dünn werden. Trotzt all dem darf die Übersetzungsqualität nicht leiden.

Ein Dolmetscher muss sich auf psychischen und physischen Stress einlassen können. Er muss innerhalb von Sekunden sowohl das gesprochene in die Fremdsprache übermitteln als auch darauf achten, dass er den Faden vom Redner nicht verliert.

Um es auf den Punkt zu bringen, der Beruf eines „Konferenzdolmetschers“ ist sehr anstrengend und fordernd. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stufte diesen Beruf nicht ohne Grund als den drittstressigsten Beruf ein, direkt hinter dem Beruf eines Düsenjet-Piloten und Fluglotsen. Wer hätte das gedacht?

Vorbereitung für einen Dolmetschereinsatz

Zusätzlich sollte sich der Dolmetscher auch sehr gut mit dem Fachjargon des zu betreuenden Fachgebiets auskennen.

Um das alles erfolgreich zu meistern ist eine fachgerechte und ordentliche Vorbereitung vor dem Dolmetschereinsatz unumgänglich! Sowohl die selbständige Vorbereitung anhand der zur Verfügung gestellten Fachunterlagen als auch die gemeinsame Vorbereitung mit dem Redner, Dozenten oder Seminarleiter sind zwingend notwendig.

Einsatz- und Aufgabengebiete eines Dolmetschers

Hier ein paar Beispiele von Einsatz- oder Aufgabengebieten eines Dolmetschers:

  • lokale, nationale und internationale Konferenzen
  • technische, politische und wissenschaftliche Kongresse
  • diplomatische, wirtschaftliche undpolitische Verhandlungen
  • Pressekonferenzen
  • Messen
  • Geschäftsverhandlungen
  • Gerichtsverhandlungen
  • Produktpräsentationen
  • Werksführungen
  • Reiseführungen
  • Informative Veranstaltungen
  • Notareinsätze
  • Behörden und Ämter
  • Geschäftstagungen
  • Seminare, Workshops, Schulungen
  • Geschäftskundenbetreuung
  • Museumsführungen
  • Gemeinden
  • Bildungseinrichtungen, Schulen, Kindergärten
  • Erstaufnahmeeinrichtungen, Flüchtlingsunterkünfte
  • Psychologische und Ärztliche Betreuung
  • Arbeitgeber- und Arbeitnehmerkommunikation
  • Live-Fernseh- und Radiosendungen
  • Gebärdensprache
  • und viele weitere…

Die verschiedenen Dolmetscherarten

Anbei ein paar bekannte Dolmetscherarten:

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